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Focus - October 8, 2001

 

 



John Brockman (vorn) mit eingen seiner Klienten (v.l.): Informatiker David gelernter, Stringtheoretiker Brian Greene, Evolutionsbiologe Marc Hauser, Kosmologe Alan Guth, Computer-und Komplexitatsforscher Jordan Pollack, Musiker und Computerwissenschaftler Jaron Lanier, Kosmologe Lee Smolin

Der Geist zu Geld macht

John Brockman verhilft Wissenschaftlern zu millionenschweren Buchverträgen — und vernetzt sie zur "Dritten Kultur"

Er hat Gladiolen verkauft und Geldanlagen. Er war Hippie und Folksänger. Er hat Kunst gemacht mit Andy Warhol und Marketing für die Frauenbewegung sowie für Damenbinden. "Einstein, Gertrude Stein, Wittgenstein & Frankenstein" heißt eines seiner Bücher. Heute ist er Impresario von Nobelpreisträgern und lkonen der Computerbranche. Und gilt als "brüsk, aggressiv und rücksichtslos" ("The Independent"), als "flinker Geschäftemacher" ("The New York Times") oder als "Rotzlöffel" ("Wired").


Was sagt dieser Mann — stets angetan mit Panamahut und pechschwarzer Sonnenbrille — zur Begrüßung? John Brockman sagt: "Wissen Sie, ich bin so gelangweilt von mir selbst." Das, möchte man ihn trösten, ist nicht weiter schlimm. Denn der 60-Jährige verdient sein Geld damit, von anderen begeistert zu sein: Er gilt als erfolgreichster Agent für Wissenschaftsbücher — und als zentrale Kraft einer Industrie, die medienkompatible Forscher aus ihren Labors zerrt und zu hoch bezahlten Stars der Popkultur macht. Sein Broterwerb aber ist ihm "nur ein Abfallprodukt" seiner wahren Leidenschaft: Brockman vernetzt einige der prägenden Denker unserer Zeit. Darüber ist der Nichtwissenschaftler selbst zu einem Protagonisten der Wissenschaft geworden.

Seine Agentur Brockman Inc. mit Sitz in New York ist wie in den Jahren zuvor auch diese Woche mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. "Wenn wir in Frankfurt einlaufen, ist Show-Time", sagt Brockman. "Dann setze ich meinen Hut auf und mein kühles Geschäftslächeln. Niemand braucht freundliche Buchagenten." Nur der Kopf unter dem Hut wird sich dabei wieder langweilen. Längst hat Brockman das für ihn dröge Tagesgeschäft an seine Frau Katinka Matson übertragen. Einen Großteil der Arbeit erledigt er per Internet von seinem Anwesen in Connecticut aus, der Eastover Farm von 1773.

            

 

Kaum schafft es ein Wissenschaftler auf die Titelseite der "New York Times" oder des "Wall Street Joumal", schon ist Brockman zur Stelle mit dem Versprechen, bei den Verlagen ein Millionenhonorar für ein populäres Buch auszuhandeln. Eine britische Zeitung fand für diese Überfalltaktik ein eigenes Wort: "brockmanen". Über Nacht hingeschluderte, halb gare Exposés seien eine Folge, klagen Branchenkenner. Eine andere sind verwirrte Spitzenforscher, die, von Brockman überrannt, ihre einmal gegebenen Zusagen nicht halten können. So musste Nobelpreisträger Murray Gell-Mann, für den Brockman Honorare von insgesamt über einer Million Dollar ausgehandelt haben soll, seinen Vorschuss zurückzahlen. Das langwierig zusammengestückelte Manuskript hatte nicht den Erwartungen des Verlags entsprochen. Später erschien "Das Quark und der Jaguar" bei einem anderen Verlag gegen ein Honorar von nur 50 000 Dollar. Auch Alan Guth, der die Inflationstheorie des Universums entwarf, kam mit seinem Werk lange nicht zu Rande und durchlief gleich drei Verlage. "Aber John hat das alles sehr gut abgefedert", lobt Guth. "Er war sehr verständnisvoll."

Der Archäologe Eberhard Zangger, einer der raren deutschen Klienten, berichtet von einem eindrucksvollen Beispiel für Brockmans effektive Agentenmethoden. "Ich kam mit wenigen, sehr teuer hergestellten Vorabexemplaren meines neuen Buches auf die Frankfurter Messe", erinnert er sich. Gerade hatte Zangger erfahren, dass Brockman ihn vertreten wolle. "Ich war überglücklich, das ist das Größte, was man als Autor erreichen kann. Doch dann wurden plötzlich zwei meiner kostbaren Bücher gestohlen."

Später kam Zangger an Brockmans Stand, um sich persönlich vorzustellen, und fand seinen neuen Agenten im Verkaufsgespräch — mit einem der vermissten Exemplare in der Hand.

Mit nachhaltigem Brockmanen entstanden populäre Titel wie "Emotionale Intelligenz", der sich mehr als sechs Millionen Mal verkauft hat — und Werke wie die des Kognitionsforschers Steven Pinker ("Wie das Denken im Kopf entsteht") oder des Evolutionsbiologen Richard Dawkins ("Das egoistische Gen"). "Aber wen interessiert das schon?", seufzt Brockman. Vielleicht nur jene Forscher, die mit seiner Hilfe rekordträchtige Vorabhonorare von bis zu viereinhalb Millionen Mark eingestrichen haben — wie der Physiker Brian Greene auf der vergangenen Frankfurter Buchmesse.

Wohl deshalb sitzt der brillante Stringtheoretiker, der mit seinem Bestseller "Das elegante Universum" für den Pulitzer-Preis nominiert war, an einem Vormittag Ende Juli etwas verloren an einem Holztisch auf der Eastover Farm und fragt: "Warum sind wir hier, John?"

Zum rustikalen Stelldichein hat Brockman wie in jedem Sommer Geister geladen, die ihn nicht langweilen: Der Kosmologe Alan Guth ist gekommen oder Jordan Pollack, der Roboter erfand, die Roboter erfinden. Oder Jaron Lanier, Musiker und Pionier der virtuellen Realität. "Wir reden einfach darüber, wie sich derzeit alles ändert", antwortet Brockman blumig auf Brian Greenes Frage. Später, beim Mittagessen, flüstert er verschwörerisch: "Wer nichts vorbereitet, erntet die besten Ergebnisse."

Der Satz kann als Motto durchgehen für das schillernde Leben Brockmans, der als Sohn eines Blurnenhändlers mit Anfang 20 Wirtschaft studierte, nur um innerhalb weniger Jahre Investmentbroker, Künstler, gefeierter Marketing-Guru und anerkannter Schriftsteller zu werden — in dieser Reihenfolge. "In meinen Zwanzigern war ich ziemlich unschüchtern", erzählt er. "Ich traf, wen ich wollte, einfach, indem ich den Hörer abnahm und anrief." Damals kochte er regelmäßig mit dem Komponisten John Cage oder lungerte in Andy Warhols Factory herum. Sein viellicht grösstes Talent — auf intelligente Art von sich reden zu machen — vermietete er auch an Unternehmen. Oder an die Band The Monkees, deren Film "Head" ("Kopf") er bewarb, indem er überall Plakate mit seinem Kopf anbringen ließ.

"Es gab auch eine Zeit, da versuchte John, ein ernsthafter Autor zu sein", erinnert sich der Schweizer Buchagent Peter Fritz, der Brockman seit 1975 kennt. "Doch dann stellte er fest, dass sich mit dem Verkauf der Werke anderer Autoren besser leben lässt. Und ein gutes Einkommen war ihm schon auch wichtig." Nach Stephen Hawkings Bestseller, erzählt Brockman, "sah ich die Marktlücke für populäre Bücher von Spitzenforschern. Die habe ich dann persönlich ausgeweitet."

Stewart Brand, enger Freund und erster Klient, meint, John Brockman sei "von intensiver Neugierde erfüllt und leicht gelangweilt". Er weigere sich, "etwas zu tun, was ich schon einmal getan habe", diktierte Brockman bereits mit 26 dem Reporter eines Modemagazins. "Die Vergangenheit ist langweilig." Sein unsteter Geist hat sich deshalb einen Ort geschaffen, an dem ihm nie wieder langweilig wird. Dort kann er sich mit jenen Fragen beschäftigen, die sich die "komplexesten und klügsten Geister" der Welt selbst stellen. So steht es im Motto seiner Website "Edge" (www. edge.org), und wie vieles bei Brockman erweist es sich auf den zweiten Blick als so angemessen wie auf den ersten als großspurig. Im Internet diskutiert auf seine Einladung ein elitärer Club aus Klienten, Freunden und Freunden von Klienten darüber, ob "Wissenschaft die Seele umbringt" oder ob Leben digital sei oder analog. Bereits die Hälfte seiner Arbeitszeit, schätzt Brockman, widme er diesem Non-Profit-Projekt.

So ist im Netz eine Art Version 2.0 des Salons entstanden, in dem die "klügsten Geister" des 19. Jahrhunderts zwanglos über Literatur parlierten. Im 21. setzen Forschung und Technik die Themen. Die letzte wissenschaftliche Exaktheit bleibt dabei auf der Strecke — und mit ihr die drückende Erdschwere des Forschungsbetriebs. Nobelpreisträger Murray Gell-Mann meinte, einige der Diskussionen seien gut, andere nicht. Die Website enthalte "eine ansehnliche Menge Unsinn". Nur eines ist der Spielplatz wortmächtiger Wissenschaftler selten: langweilig.

"Dritte Kultur" taufte Brockman die wachsende Gemeinde von Forschem, die ihren Elfenbeinturm verlassen, um sich in die öffentliche Debatte zu mischen — sei es im Internet, in Interviews oder in Büchern. Den Begriff hat er sich beim Schriftsteller C.P. Snow ausgeliehen und als "griffiges Marketingwort" (Brockman) für seine Zwecke umgemünzt. In einer Dritten Kultur, träumte Snow vor 40 Jahren, sollten die beiden entfremdeten Kulturen der Natur- und Geisteswissenschaften wieder zusammenfinden. In Brockmans eigener Interpretation des Begriffs lösen die Wissenschaftler der Dritten Kultur jene selbst ernannten Intellektuellen ab, die auf perverse Weise stolz seien, die wirklich wichtigen Erkenntnisse unserer Zeit nicht zu kennen.

Während Stammzellen und BSE, BioEthik und Wissenschaftsgläubigkeit die Medien beschäftigen, hat Europa Brockmans "griffiges Marketingwort" mitsamt der dazugehörigen Ideologie importiert. Frank Schirrmacher etwa, Mitherausgeber und Feuilletonchef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", inspirierte der Kontakt mit dem New Yorker im Mai vergangenen Jahres zu einem Manifest ("Die Nachschulung"). Darin beklagte er selbstkritisch das "störrische oder linkische Drumherumschweigen" europäischer Intellektueller um Technik und Wissenschaft. Und kündigte an, in seinem Feuilleton die Vertreter der Dritten Kultur verstärkt zu Wort kommen zu lassen. In revolutionärer Stimmung ließ er wenige Wochen später sogar einen seitenlangen Auszug des gerade entschlüsselten menschlichen Gencodes im Kulturteil drucken. Seitdem ist nicht nur das FAZ-Feuilleton gebrockmant — sondern auch der Kulturbegriff in Deutschland. Brockman findet das "völlig logisch. Alle Schirrmachers der Welt sind gelangweilt von ihrer Hälfte der beiden traditionellen Kulturen."

Begeistert wie ein Erstsemester umkreist Brockman an jenem Tag auf der Eastover Farm die hervorragenden Vertreter seiner Dritten Kultur, wirft Fragen ein, reicht Zettel mit Redeanweisungen in die Runde und fotografiert alles mit seiner Digitalkamera für die Website. "Ich habe eine Universität mit den besten Wissenschaftlern der Welt geschaffen", sagt er später. "Und ich bin ihr einziger Student." In den größten Momenten streiten die Professoren seiner virtuellen Universität über die größten Rätsel ihrer Wissenschaften — darüber, was Information sei, oder ob unser Universum nur eine holographische Projektion höherdimensionaler Welten ist. Virtual-Reality-Papst Jaron Lanier und Evolutionsbiologe Marc Hauser überlegen allen Ernstes, ob man Tiere zu Forschungszwecken in einer komplett virtuellen Welt großziehen könnte, die völlig anderen Naturgesetzen gehorcht. "Lass uns ein Projekt machen", meint Lanier begeistert.

Gern sähe es Brockman, wenn seine Denker ihren Elfenbeinturm noch einen Schritt weiter verließen: "Wie wäre es, wenn wir in Edge ein Beratungskomitee für Präsident Bush gründen?", fragt er beim Kaffee. Die Reaktionen in der Runde reichen von Entsetzen bis Interesse. "Man kann die Klon-Debatte und die Star-Wars-Pläne doch nicht irgendwelchen Leuten überlassen", meint der Hausherr. Politik, sagt er, interessiere ihn nicht. "Nur die Wahrheit."

Die Realität zwingt die Dritte Kultur wenige Wochen später einen weiteren Schritt aus dem Elfenbeinturm. Das World Trade Center hat mehr als 6000 Menschen unter sich begraben. "Was nun?", fragt Brockman auf Edge lapidar in die Runde. Dutzende von Aufsätzen prasseln auf die Website nieder, wie sie kein wissenschaftliches Journal produzieren könnte. Historiker fassen ihre Forschungsergebnisse zum Islam zusammen, Philosophen denken über biologische Kriegsführung nach, Kognitionsforscher über die Macht der Nachrichtenbilder. Nur John Brockman verfasst keinen Beitrag und schweigt.

Was ihn berührt und antreibt, bleibt unter seinem Panamahut verborgen. So steht es auch in einem jener Zen-artigen Sätze, die er früher mit dem 1997 verstorbenen Künstler James Lee Byars auszutauschen pflegte, "seinem engsten Freund". Byars schrieb: "Er trägt seinen Hut, um seinen Kopf zu verleugnen."

JOCHEN WEGNER

Copyright 2001 Focus Magazin Verlag GmbH

 





John Brockman (front) with some of his clients (left to right): computer engineer David Gelernter, string theorist Brian Greene, evolutionary psychologist Marc Hauser, cosmologist Alan Guth, compuer and complexity theorist Jordan Pollack, musician and computer scientist Jaron Lanier, cosmologist Lee Smolin.

TURNING THE MIND INTO MONEY

John Brockman helps scientists acquire million-dollar book contracts — and networks them into the "Third Culture."

He has sold gladioli and investments. He was a hippie and a folk singer. He made art with Andy Warhol and helped market the women's movement, as well as feminine hygiene products. One of his books is called Einstein, Gertrude Stein, Wittgenstein & Frankenstein. Today he is an impresario for Nobel Prize winners and an icon of the computer industry. He is known as "brusque, aggresive, ruthless" (The Independent), as a "nimble deal-maker" (The New York Times), or as a "brat" (Wired).

By Jochen Wegner


What does this man say — dressed in a Panama hat and pitch-black sunglasses — as a greeting? John Brockman says: "You know, I am so bored by myself." That, one might console him, is not so bad, because the 60 year-old earns his money by being excited about others. He is considered the most successful agent for science books — and as the central figure of an industry that entices media-compatible scientists out of their laboratories and turns them into highly paid stars of pop culture. Still, his livelihood is for him "only a side-product" of his true passion: Brockman networks some of the most influential thinkers of our time. In this work, this layman has himself become one of the protagonists of science.

Just as in previous years his New York based agency, Brockman, Inc., will represent his clients this week with its own stand at the Frankfurt Book Fair. "When we hit Frankfurt, it's show time," says Brockman. "Then I put on my hat and my game face. No one needs a friendly book agent." Only the head beneath the hat will be bored with this again. Brockman long ago turned over the daily business to his wife, Katinka Matson. He conducts most of his work via the Internet from Eastover Farm, his estate in Connecticut, which was built in 1773.

            

 

Hardly has a scientist made it onto the cover of The New York Times or The Wall Street Journal when Brockman is on the scene with the promise of finding a million-dollar publishing advance for a popular book. A British newspaper found its own word for this surprise tactic: "brockman" Insiders complain that half-complete, thrown-together proposals are a consequence. Another result is confused scientists, who after being overrun by Brockman can't fulfill their contracts. Such an example is Nobel Prize winner Murray Gell-Mann, who with Brockman's help is supposed to have received a contract for over one million dollars, but had to pay back the advance. The pasted-together manuscript, delivered late, had not met the expectations of the publisher. Later The Quark and the Jaguar appeared with another publisher against an advance of only $50,000. Alan Guth, who developed the theory of the inflationary universe, also had trouble completing his work, which was passed through three publishers. "But John softened all of the problems very well," praises Guth. "He was very understanding."

Archeologist Eberhard Zangger, one of the rare German clients, describes an impressive example of Brockman's effective method of agenting. "I came to the Frankfurt Book Fair with a few copies of my new book that were very expensive to produce," he remembers. Zangger had just learned that Brockman wanted to represent him. "I was overjoyed, since that was the best thing that one can achieve as an author. But then, two of my very expensive books were stolen."

Later, Zangger came by Brockman's stand to introduce himself personally, and found the agent in a sales meeting — with one of the missing copies in his hand.

Popular titles like Emotional Intelligence, which sold more than six million copies, and works by cognitive scientist Steven Pinker (How the Mind Works) or the evolutionary biologist Richard Dawkins (Unweaving the Rainbow) came into being through this effective "brockmaning." "But who is interested in that?" sighs Brockman. Maybe only those scientists who land record breaking advances of up to two million dollars — like physicist Brian Greene at last year's Frankfurt Book Fair.

It is surely for this reason that the brilliant string theorist, whose bestseller The Elegant Universe was nominated for the Pulitzer Prize, sits somewhat confused at a wooden table at Eastover Farm on an afternoon at the end of July and asks: "What are we doing here, John?"

Just as in summers past, Brockman has invited minds that don't bore him for a rustic date. Cosmologist Alan Guth has come, as well as Jordan Pollack, the inventor of robots that invent robots, and Jaron Lanier, musician and pioneer of virtual reality. "We are simply discussing how everything is changing around us," answers Brockman in flowerly prose to Greene's question. Later, at lunch, he whispers covertly, "When you don't prepare anything, you get the best results."

The sentence can serve as a motto that weaves through the iridescent life of Brockman, who as the son of a flower dealer studied business in his early twenties, only to become within a few years an investment broker, artist, celebrated marketing guru, and respected writer — in this order. "I was very un-shy in my twenties," he explains. "I met who I wanted to simply by picking up the phone?." In those days he cooked regularly with the composer John Cage and loitered about Andy Warhol's Factory. He also rented out what is possibly his greatest talent — getting intelligent types to be talked about intelligently— to entrepreneurial projects. Or to the band The Monkees, whose Film Head he publicized by having posters of his own head hung everywhere.

"There was also a time when John tried to be a serious author," remembers the Swiss book agent Peter Fritz, who has known Brockman since 1975. "But then he realized one can live better through the sales of works by other authors. And having a good income was also surely important to him." After Stephen Hawking's bestseller, explains Brockman, "I saw the gap in the market for popular books by leading researchers. I then expanded it myself."

Stewart Brand, a close friend and one of Brockman's first clients thinks that John Brockman is "intensely curious and easily bored." In an interview with a reporter of a fashion magazine when he was just 26, Brockman explained that he refuses "to do something that I have already done before. The past is boring." In spite of this, his dynamic mind has created its own space where he will never be bored again. There he can occupy himself with those questions that "the most complex and sophisticated minds" of the world are asking themselves. So reads the motto of his website "Edge" (www.edge.org), and like much about Brockman, it proves to sound as pompous on the first look as appropriate on the second. On his invitation, an elite club of clients, friends, and friends of clients meet on the Internet and discuss whether "science kills the soul," or whether life is digital or analog. Brockman estimates that half of his working time is spent on this non-profit project.

In this network we see the development of a sort of Version 2.0 of the salonsin which "the most sophisticated minds" of the nineteenth century freely discussed literature. In the twenty-first, research and technology are the themes. In this format final scientific exactness remains at a distance — and with it the oppressive gravity of the research business . Nobel Prize winner Murray Gell-Mann thinks that some of the discussions are good, others not. The website contains "a considerable amount of nonsense." But one thing this playground for literate scientists seldom is: boring.

"Third Culture," — that's the name Brockman gave the growing community of scientists who leave the ivory tower to take part in the public debate — be it in the internet, in interviews, or in books. He borrowed the concept from the writer C.P. Snow and re-coined it for his purposes "as a catchy marketing term" (Brockman). In a third culture, Snow dreamed 40 years ago, the two divided cultures of the natural sciences and humanities would once again speak to one another. In Brockman's own interpretation of the concept the scientists of the Third Culture relieve those self-proclaimed intellectuals who are perversely proud not to understand the really important knowledge of our time.

While stem cells and BSE, bioethics and the believability of science occupy the media, Europe has imported the "catchy marketing term" along with its attendant ideology. Contact with the New Yorker in May of last year inspired Frank Schirrmacher, co-editor and chief of the arts and letters pages of the Frankfurter Allgemeine Zeitung, to write a manifesto ("Wake-up call for Europe"). In it he complained self-critically about the European Intellectuals who are "stubbornly or clumsily avoiding the issue" of technology and science. He announced that his Arts and Letters pages would strengthen the ability of the Third Culture to be heard. In a revolutionary mood a few weeks later, he even published a page-long snippet of the newly-cracked human genetic code. Since then, not only has the FAZ Feuilleton been "brockmaned," but also the cultural debate in Germany. Brockman finds this "fully logical. All the Schirrmachers of the world are bored with their half of the two traditional cultures."

As excited as a Freshman, Brockman spends this day on Eastover Farm circling the leading representatives of his Third Culture, proposes questions, passes notes with speaking instructions around the circle and photographs everything for the website with a digital camera. "I have created a university with the best scientists in the world," he says later. "And I am its only student." In its best moments, the professors of his virtual university argue about the riddles of their disciplines — among them, what information is, or whether our universe is only a holographic projection of a higher-dimensional world. Virtual reality pope Jaron Lanier and evolutionary biologist Marc Hauser consider with all seriousness whether animals could be raised for research purposes in a completely virtual world that follows completely other natural laws. "Let's do a project together," says Lanier excitedly.

Brockman would like it if his thinkers would take one more step away from their ivory tower: "What would happen if the members of Edge founded an advisory committee for President Bush?" he asks over coffee. The reactions in the circle range from horror to interest. "One can't leave the cloning debate or the plans for Star Wars to such people," suggests the master of the house. Politics, he says, doesn't interest him. "Just the truth."

Reality drags the Third Culture a few weeks later one further step away from the ivory tower. 6,000 people were buried in the rubble of The World Trade Center. "What now?" Brockman asks the circle on Edge. Dozens of essays crackle on the website which no scientific journal could produce. Historians assemble their research experiences with Islam, philosophers consider biological warfare, cognitive scientists discuss the power of news images. Only John Brockman composes no contribution and remains quiet.

What touches and propels him remains hidden under his Panama hat. It says so, too, in one of those Zen-inflected sentences he exchanged years ago with the artist James Lee Byars, his "closest friend." Byars wrote, "Wears his hat to deny his head."

(translation by Christopher Williams)

Copyright 2001 Focus Magazin Verlag GmbH